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Langwierige Lektüre - fachlich gut, aber leserunfreundlich
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Schubert, Franz (Broschiert) Den beiden bereits hier erschienen Rezensionen kann ich nicht viel Neues hinzufügen, möchte den Eindruck aber bestätigen: Die Schubert-Biographie von Ernst Hilmar ist zwar - und das darf von Hilmar als Schubert-Experte erwartet werden - umfangreich und fundiert, aber nicht besonders leserlich geschrieben. Die Lektüre ist nicht besonders spannend, sondern zuweilen eher langwierig und schleppend. Insbesondere das bereits erwähnte Kapitel über Schuberts Reisen ist eine literarisch nüchterne Durststrecke, durch die ich mich selbst als interessierter Leser quälen musste. Insgesamt wäre an vielen Stellen weniger mehr gewesen: zum Beispiel weniger Fakten, mehr Briefzitate. Hilmar geht leider den anderen weg.
Die Anlage des Buches orientiert sich - wie oft bei solchen kleinen Biographien - an einem chronologischen Abriss des Lebens der besprochenen Person. Hilmar fügt jedoch zwei Exkurse zu den Themen "Freunde - Schubert auf Reisen" und "Das Bild der Persönlichkeit - Der erfolgreiche Komponist" ein. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden und die Exkurse hätten durchaus sinnvoll sein können, wenn nicht vieles von dem was dort erzählt wird, auch vorher oder nachher nochmal in anderem Kontext wiederholt wird. Da wünsche ich mir lieber eine rein chronologische Anlage, die Phänomene und Gegebenheiten konzentriert schildert, statt solcher mit Redundanzen verbundenen Exkurse, die in dieser Art eher chaotisch wirken.
Insgesamt kann auch die Aufmachung des 1997 zuerst erschienenen Buches, das zu den älteren rowohlt-Monographien gehört, nicht überzeugen. Wirken die neuen Rowohlt-Monographien doch auf den ersten Blick ungewohnt bunt, so schätzt man die Aufmachung von Bänden wie die Monographien über Tschaikowsky (Floros) oder Mendelssohn Bartholdy (Geck) erst richtig, wenn man solche Bücher wie dieses hier in die Hände nimmt: kleinere, eng gedruckte Schrift, kaum Rand (das alles trägt auch nicht zur besseren Lesbarkeit bei); zwar sinnvoll ausgewählte aber in den Umbruch oft lieblos reingeklatschte Bilder lockern da auch kaum auf. Eine Neuaufmachung im neuen Stil wäre wünschenswert.
Fazit: Die Lektüre von Hilmars Buch kann ich - ebenso wie meine Vorredner - auch nur interessierten und durchhaltevermögenden Lesern empfehlen. Und zum Schluss ein Tipp an alle Leser: lieber zwischendurch ein bißchen Schubert hören und sich an der schönen Musik erfreuen, damit der der Spaß an Schubert beim Lesen nicht vergeht.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 16. Mai 2011 | | | | | | | |
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